7. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 69
Die Geschichte des Regiments bewahren!

Ein Silberbecher als Abschiedsgeschenk

Im 19. Jahrhundert wurden Geschenke an aus dem Regiment ausscheidende Offiziere, zu Geburtstagen innerhalb des Offizierskorps und Jubiläen nicht nur Tradition, sondern auch gesellschaftliche Verpflichtung. Oftmals wurden beliebten Offizieren aufwändig gefertigte und kostspielige Präsente überreicht. Art und Gestaltung waren sehr vielfältig. So wurden zum Beispiel Statuetten, Büsten, Standbilder, Pokale, Becher, Ka raffen, Tabletts, Blankwaffen und Etuis verschenkt. Auch bei dem in Trier liegenden 7. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 69 war dies üblich. Die Stücke spiegeln oftmals den jeweiligen Zeitgeschmack wider.
Der hier gezeigte Silberbecher stellt ein sehr bescheidenes Geschenk an einen scheidenden Regimentskommandeur dar. Ob es daran lag, dass er dem Regiment nur ein Jahr diente, oder ob es andere Gründe hatte, muss offenbleiben.
Ein großer konischer Silberbecher mit einem mehrfach profilierten Stand als Offiziersgeschenk. Die Vorderseite ist mit einer aufgelöteten bekrönten Regiments-Chiffre "I. R. 69" versehen.
Vergeben wurde er an den scheidenden Regimentskommandeur des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69, Oberst Alexander Boettcher (Kommandeur vom 01.05.1894 bis 18.06.1895).
Auf der Rückseite des Bechers befindet sich die in sechs Zeilen eingravierte Dedikation inclusive Orts- und Vergabedatum: "Dem Herrn Oberst Boettcher Das Officier-Corps des 7. Rhein. Inf. Reg. No. 69. Trier, den 18.6.1895".
Hersteller und Punzen: J. Ludwig, Halbmond, Krone, 800;
Höhe: 15 cm, Gewicht: 215 g

Der Hersteller des Silberbechers J. Ludwig, Trier
Der Goldarbeiter und Juwelier Jakob Theodor Ludwig wurde am 21. März 1821 in Trier geboren.
Er war Sohn des Kupferschmiedes Johann Theodor Ludwig und seiner Ehefrau Katharina Sauer.
Jakob Ludwig war der Gründer des Unternehmens in der Trierer Neustraße.
Am 24. April 1851 heiratete er in St. Antonius Trier Eva Maria Kiesgen aus Springiersbach, Tochter von Emmerich Kiesgen und Charitas Lehnen.
Am 03. August 1854 wurde in Trier der Sohn Carl Wilhelm Ludwig geboren.
Dieser heiratete am 8. Mai 1883 in Trier Helena Müller (+ nach 1936).
Carl Ludwig war spätestens seit 1875 im elterlichen Betrieb als Goldschmied und Juwelier tätig und übernahm nach dem Tod des Vaters am 08. Januar 1883 dessen Leitung.  1886 war er bereits Allein-Eigentümer der Firma J. Ludwig. Die Werkstätten befanden sich noch in der Trierer Neustraße 97 u. 98 und das Ladengeschäft in der Neustraße 98.
Auf Ausstellungen mehrfach prämiert, war er ab 1896 Hof-Juwelier des Großherzogs von Luxemburg.
Spezialisiert auf die Anfertigung kirchlicher Gefäße, Gravuren, Ziselierungen, Reparaturen, Emaillen, Vergoldungen und Versilbern in Handarbeit, hatte Ludwig mit dem Standort Trier ein lohnendes Einkommen gefunden.  , ,
Um 1910 zog Karl Ludwig mit seinem Geschäft in die Fleischstraße 81.  Er starb in Trier am 21. Februar 1920.  Nach seinem Tod führte seine Witwe das Geschäft weiter.
Am 21.11.1924 wurde dem Sohn, dem Kaufmann Dr. Paul Ludwig (* 17.09.1886 in Trier, + 02.11.1947 in Trier  ) bei der Firma J. Ludwig in Trier Prokura erteilt.
Generalmajor z. D. Alexander Boettcher
(06.03.1842 - 17.06.1917)



Herkunft und Familie
Der Vater des mit dem Silberbecher beliehenen Alexander Boettcher war Carl Ferdinand Boettcher (* Stettin, 13.04.1797, + Derendorf/Düsseldorf, 01.07.1864). Er heiratete am 27. Januar 1821 in Düsseldorf-Kaiserswerth Johanna Franziska Barbeÿ (* um 1800 in Deutz, + 30.03.1875 in Minden ), die Tochter des französischen Obersten Francois Barbeÿ.
Das Paar hatte mindestens folgende Kinder: 12
• Carl August Ferdinand, * 24. Feb. 1821 in Düsseldorf-Kaiserswerth;
• Carl Wilhelm Franz Hugo, * 3. Sept. 1822 in Gräfrath;
• Caroline Henriette Emilie, * 24. Okt.1823 in Gräfrath, + 1. Jan. 1889 in Wiesbaden;
• Emma Marie Friedericke (oo von Ramm), * 5. Juli 1825 in Gräfrath, + 13. Sept. 1910 in Sonnenberg;
• Carl August, * 1. Juni 1829 in Düsseldorf;
• Marie Wilhelmine, * 25. Juli 1831 in Düsseldorf, + 7. Juni 1908 in Wiesbaden;
• Agnes Johanna Mathilde, * 30. Apr. 1834, Taufe: 11. Mai 1834 in Wesel, + 1911 in Aschaffenburg;
• Carl Sigismund, * 28. Jan. 1836, Taufe: 18. Feb. 1836 in Düsseldorf; + 1890 in Wiesbaden (oo Rübel);
• Caroline Friederike Franziska, * 6. Mai 1838 in Wesel, + 7 Tage alt;
• Ida Laura Henriette, * 7. Mai 1839, Taufe 11. Mai 1839 in Wesel;
• Karl Friedrich Alexander Emil, * 06. März 1842, Taufe: 13. Apr. 1842 in Wesel;
• Caroline Auguste Eugenie, * 1. Dez. 1844, Taufe: 2. Jan. 1845 in Wesel;

Sein früher Werdegang
Alexander Boettcher wurde am 06. März 1842 in Wesel geboren und dort am 13. April 1842 auf den vollen Namen Karl Friedrich Alexander Emil Boettcher getauft. Bei seiner Geburt war sein Vater schon 45 Jahre alt und diente als Major und Bataillons-Kommandeur im 17. Infanterie-Regiment in Wesel.13
Seine Vorbereitung auf seine bevorstehende militärische Karriere erhielt er im Kadettenhaus Berlin als weiterführende Schule bis zum Abitur.
Am 06.03.1860 wurde er aus dem Kadettenhaus als charakterisierter Portepee-Fähnrich dem 3. Westfälischen Infanterie-Regiment Nr. 16 überwiesenund nach gut fünf Monaten, am 18.08.1860, zum Portepee-Fähnrich befördert.  Ein weiteres Jahr später, am 23.07.1861, erfolgte seine Beförderung zum Sekonde-Leutnant (heute analog zum Leutnant).14

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Deutsch-Österreichischer Krieg 1866
Als Sekondeleutnant der 11. Kompanie des 3. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 16 (14. Infanterie-Division, Elb-Armee) nahm er am Deutsch-Österreichischen Krieg teil. Hierbei insbesondere:
• 28.06.1866: Teilnahme am Gefecht von Münchengrätz.
• 03.07.1866: Teilnahme am Gefecht von Königgrätz.
Im Vormarsch des Bataillons unter fortwährendem Schrapnell- und Granatfeuer bei Bor  wurde er durch einen Granatschuss in die Hüfte leicht verwundet. Es folgte eine Behandlung im Lazarett Nechanitz.  14

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Am 16.04.1867 wurde er zur Dienstleistung als Erzieher beim Kadettenhaus in Berlin kommandiert und dort während seiner Kommandierung am 18.06.1869 zum Premierleutnant (heute analog zum Oberleutnant) ernannt.14
Ein halbes Jahr später, wurde er am 14.12.1869 vorläufig fest in das Kadetten-Kommando einrangiert.14
Am 16.03.1872 verließ er das Kadetten-Kommando wieder. Er wurde zurück in das 3. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 16 versetzt und dort nach weiteren zwei Jahren im Regiment am 21.05.1874 zum Hauptmann und Kompanie-Chef befördert.14

Ehe und Nachwuchs
Am 05.10.1875 heirate der 33-jährige Alexander Boettcher in Köln (kirchlich) bzw. Berlin (Standesamt) die zehn Jahre jüngerer Marie Albertine Christine von Sannow (* 30.11.1852 in Stargard / Pommern).
Marie von Sannow wird Alexander Boettcher schon länger bekannt gewesen sein. Sie war die Tochter seines bisherigen Regimentskommandeurs im 3. Westfälischen Infanterie-Regiment Nr. 16, Oberst Ferdinand von Sannow. Im Jahr der Hochzeit wurde er zum Kommandeur des Garde-Füsilier-Regiments in Berlin ernannt, weswegen wahrscheinlich die Eheschließung auf dem dortigen Standesamt eingetragen wurde. , ,34,63
Ferdinand von Sannow, und somit auch seine Familie, waren erst vor kurzem von Seiner Majestät Wilhelm I., König von Preußen, bei Gelegenheit des Einzuges der siegreichen Truppen in Berlin am 16. Juni 1871 „wegen der im Kriege gegen Frankreich vor dem Feinde bewiesenen Tapferkeit" in den preußischen Abelstand erhoben worden. Zusätzlich wurde Ferdinand von Sannow mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet, die höchste Tapferkeitsauszeichnung, die der König von Preußen an einen Offizier vergeben konnte.  ,
Am 18.04.1877 wurde Alexander Boettcher in Köln zum Vater eines Sohnes. Der Erstgeborene erhielt den Namen „Max Albert Emil August“. Soweit bekannt, blieb Max der einzige Nachkomme des Ehepaares. ,83

Sein später Werdegang
Vom 15. bis zum 17. September 1884 fand ein großes Kaisermanöver zwischen dem Rheinischen (VIII.) und dem Westfälischen (VII.) Armee-Korps in der Gegend von Bedburg / Erft statt. Am 22. September schloss diese dann bei Euskirchen mit einer Parade vor dem hochbetagten Kaiser und König Wilhelm I. ab. Dieser stieg dort zum letzten Mal außerhalb Berlins vom Pferd.
Anlässlich der großen Herbstübungen wurde dem Hauptmann Alexander Boettcher der Rote Adler-Orden 4. Klasse verliehen.
1885: Er erhielt das Dienstauszeichnungskreuz der Offiziere für 25 Dienstjahre.
Am 02.03.1886 erfolgte auf Befehl vom 27.02.1886 eine Aggregation Alexander Boettchers zum überzähligen Major.
Nach einem Jahr in dieser Position wurde er Infolge der durch ein Gesetz vom 11.03.1887 beschlossenen umfassenden Erweiterung des deutschen Heeres am 22.03.1887 zum Bataillons-Kommandeur des neu geschaffenen IV. Bataillons des 3. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 16 ernannt.
Am 01.04.1890 erhielt er das Patent zum Major und es erfolgte eine Versetzung als Bataillons-Kommandeur in das 5. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 144, welches u.a. durch Abgabe des IV. Bataillon des 3. Westfälischen Infanterie-Regiment Nr. 16 errichtet wurde.  Dieses Bataillon führte er nur ein Jahr.
Unter Beförderung zum Oberstleutnant und Stabsoffizier wurde er am 16.05.1891 in das 4. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 17 überwiesen. In diesem Regiment diente einst sein Vater, der dort 1848 als Oberst a. D. in den Ruhestand ging.14
Am 18.01.1893 empfing Alexander Boettcher den Königlichen Kronenorden 3. Klasse.24
Unter Beförderung zum Oberst wurde er am 14.05.1894 zum Kommandeur des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 in Trier ernannt. Dort löste er seinen Vorgänger, Oberst von Kummer ab, der Kommandeur der 29. Infanterie-Brigade wurde.
Alexander Boettcher führte das Regiment für ein Jahr bis zum vorläufigen Abschluss seiner militärischen Laufbahn.
Während dieser Zeit in Trier, nahm er am 17. und 18.10.1894 auf Befehl seiner Majestät mit einer Abordnung des Regiments an der Fahnenweihe der neu geschaffenen vierten Bataillone in Berlin teil.
18.06.1895: 35 Jahre nach seinem Eintritt in das Militär, wurde ihm im Alter von 53 Jahren der erbetene Abschied mit Pension und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 bewilligt. Oberst Stieler vom Füsilier-Regiment Nr. 36 übernahm mit diesem Tag die Führung des Regiments.
20.06.1895: Anlässlich des Ausscheidens aus dem Dienst wurde ihm der Rote Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife verliehen.
31.08.1896: Ihm wurde erneut der erbetene Abschied mit Pension und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 bewilligt. Warum dies noch ein zweites Mal erfolgte, bleibt unklar. Zusätzlich wurde er nun aber zur Disposition gestellt.


Pension und Familie
Als pensionierter Oberst z. D. (zur Disposition) zog es ihn nach Wiesbaden. Seine Eltern waren verstorben und dort lebte die Familie seiner Frau, von Sannow. Außerdem die Familie von Moritz und sein guter Freund von Dreising.61 Er lebte erst in einer stattlichen Villa in der Idsteiner Str. 5 im Nordosten und dann in der Rheinstraße in der Stadtmitte.
Am 24.07.1908 starb dort seine Ehefrau Marie geb. von Sannow im Alter von 55 Jahren.
Ein halbes Jahr später, am 12.01.1909, heiratete Alexander Boettchers Sohn Max in Wiesbaden Nora  von Moritz (* 20.02.1890 in Metz).
Nora war die Tochter des Obersten a. D. (außer Dienst) Friedrich  von Moritz (er war 1870-1881 Leutnant im 7. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 69 ) und seiner Ehefrau Ernestine  Baronesse von Neufforge.
(Ernestines Eltern: Bürgermeister von Neuerburg, Johann Baptist von Neufforge und Maria Ernestine Clothilde De La Fontaine). , ,73
Im August 1913 wurde sowohl dem Oberst z. D. Alexander Boettcher als auch dem Oberst z. D. Ferdinand von Sannow der Kronenorden 2. Klasse verliehen. ,

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Der Erste Weltkrieg
Alexander Boettcher
Im Ersten Weltkrieg spendete der Oberst z. D. Boettcher schon von Beginn des Krieges regelmäßig an die Zentralstelle der Sammlungen für die freiwillige Hilfstätigkeit im Kriege, Kreiskomitee vom Roten Kreuz für den Stadtbezirk Wiesbaden. Anfangs monatlich 30 Mark, später auch höhere Summen.
Anfang 1915, wahrscheinlich im Februar, wurde der inaktive Offizier Alexander Boettcher wiederverwendet und zum Kommandanten des Kriegsgefangenenlagers in Wetzlar  ernannt.
In dem Kriegsgefangenenlager in Wetzlar-Büblingshausen, etwa zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Wetzlar, wurden im Laufe des Krieges rund 15.000 Gefangene (hauptsächlich Ukrainer und Russen) untergebracht.
Der Wetzlarer Anzeiger berichtete am 14. und 15.09.1914, dass künftig ein größeres Kriegsgefangenenlager für etliche 10.000 Mann auf und neben dem Exerzierplatz der Unteroffiziersschule an der Frankfurter Straße errichtet werden sollte. Am 15.11.1914 berichtete die Zeitung, dass die ersten Gefangenen (16 verwundete Russen) eingetroffen seien.
Innerhalb kürzester Zeit wuchs die Belegung auf mehrere Tausend Gefangene an. Das Lager entwickelte sich im Laufe des Jahres 1916 durch „Ukrainisierung“ und „Demokratisierung“ innerhalb der Gefangenen zu einem besonderen Lager.
Im „Ukrainerlager“ wuchs die Autonomie und das Vertrauen zur deutschen Führung. Ab 1917 erschien regelmäßig eine ukrainisch-sprachige Zeitung. Es waren die ersten Veröffentlichungen in Ukrainisch, die in Deutschland erschienen.
Neben der Kommandantur wurde das Lager von Wachmannschaften bewacht, die aus Landsturmeinheiten bestand. ,
Einige weitere Offiziere und Unteroffiziere des Gefangenenlagers -
soweit bekannt:
• Lemelsen, Major a. D., zuletzt Kompaniechef IR 22, jetzt Kommandantur des Kriegsgefangenenlagers in Wetzlar.  ,58
• Schneider, Georg, Offizier-Stellvertreter, Sohn des Veteranen von 1870 Fritz Schneider in Usingen. Verwaltungsinspektor im Kriegsgefangenenlager in Wetzlar, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse.
• Mandler, Oberleutnant der Landwehr, Kommandantur d. Kriegsgefangenenlagers in Wetzlar zum Hauptmann befördert.
• von Pilgrim, Hauptmann a. D. in Wiesbaden, zuletzt Oberleutnant z. D. und Bezirks- Offizier beim Landwehr-Bezirk Solingen, jetzt beim Kriegsgefangenenlager in Wetzlar, ein Patent seines Dienstgrades verliehen.
• Jäger, Hauptmann der Landwehr a. D. (I Frankfurt a. M.), zuletzt Oberleutnant von der Landwehr-Infanterie 2. Aufgebot (Graudenz), jetzt beim Kriegsgefangenenlager in Wetzlar, ein Patent seines Dienstgrades verliehen.
• Lenz, Leutnant der Landwehr a. D. (Wetzlar), zuletzt der Landwehr-Infanterie 2. Aufgebot (Wetzlar), jetzt beim Kriegsgefangenenlager Wetzlar, zum Oberleutnant befördert.
• Schleifenbaum, Oberleutnant der Landwehr. a. D. (Siegen), zuletzt des Landwehr-Trains 2. Aufgebot (Siegen), jetzt beim Kriegsgefangenenlager Wetzlar, zum Rittmeister befördert.
• Braß, Hauptmann, zuletzt von der Landwehr-Infanterie 2. Aufgebot (Wetzlar), jetzt Bataillons-Führer beim Kriegsgefangenenlager Wetzlar, zum Major befördert.
• Maxeiner, Wilhelm, Unteroffizier zurzeit im Kriegsgefangenenlager Wetzlar wurde zum Sergeanten befördert.
Am 30. Oktober 1914 wurde der Generalmajor z. D. Franz Kettler in Wiesbaden, der frühere Kommandant der Festung Mainz, zum Kommandeur des Kriegsgefangenenlagers und Kriegsgefangenenlazaretts Wetzlar ernannt.
Dieses Kommando muss er wahrscheinlich im Februar 1915 wieder an Oberst z. D. Alexander Boettcher abgegeben haben, denn am 08.08.1916 schrieb das Wiesbadener Tagblatt:
„Dem hier seit 20 Jahren wohnenden Oberst z. D. Boettcher, 1,5 Jahre Kommandant des Kriegsgefangenenlagers Wetzlar, ist jetzt bei dem Rücktritt von diesem Kommando der Titel Generalmajor z. D. verliehen worden.“
Der Generalleutnant z. D. Exner, in Limburg, löste Alexander Boettcher ab und trat ab dem 01.01.1917 an die Spitze des Kriegsgefangenenlagers in Wetzlar. Generalleutnant z. D. Exner war seit Oktober 1914 Kommandeur des am 31.12.1916 aufgelösten Kriegsgefangenenlagers Limburg.  Sein letztes Kommando im Krieg war das Kommando über das Kriegsgefangenenlager Gießen. So befehligte er drei verschiedene Gefangenenlager. ,58
Was Alexander Boettcher zum Rücktritt von seiner Stellung bewogen hat, bleibt fraglich. Vermutlich spielten Alter und gesundheitliche Gründe eine Rolle. Vielleicht war er den Aufgaben, die ihm das Kriegsgefangenenlager stellte, durch seinen gesundheitlichen Zustand nicht mehr gewachsen.
Weniger als ein Jahr später starb Alexander Boettcher am 17.06.1917 in Wiesbaden nach kurzem Krankenlager infolge eines Schlaganfalls im Alter von 75 Jahren in seiner Wohnung in der Rheinstraße 123 in Wiesbaden.  ,  ,  ,
In der örtlichen Tagespresse schrieb man über ihn:
„Wetzlar: Herr Generalmajor Boettcher war längere Zeit Kommandant des hiesigen Kriegsgefangenenlagers und hat hier bei seinen Untergebenen und allen, die mit ihm zusammen waren, große Hochachtung und Verehrung genossen.“
Einen Tag vorher starb Boettchers guter Freund, Generalmajor Gustav von Dreising  aus Wiesbaden als Kommandeur der 25. Landwehr-Division. Zu Lebzeiten wohnten sie keine 300 m voneinander entfernt. Sie wurden beide im Krematorium Wiesbaden eingeäschert. 58, ,
Hans von Sannow - Alexander Boettchers Schwager
Alexander Boettchers Schwager, der Oberst a. D. Hans von Sannow (* 1851 in Kolberg; + 22.01.1926 in Wiesbaden). war ebenfalls wiederverwendeter inaktiver Offizier.
Zu Beginn des Krieges wurde der Oberst z. D. Garnison-Kommandant von Limburg.
In der Ehrenrangliste des ehemaligen deutschen Heeres wurde seine letzte Dienststellung als Kommandant des Kriegsgefangenenlagers in Limburg  an der Lahn genannt.56,58, , Wappen
Friedrich von Moritz - Alexander Boettchers Gegenschwiegervater
Der Schwiegervater seines Sohnes, Oberst a. D. Friedrich von Moritz (* 21.03.1853 in Mainz; + 11.07.1925 in Wiesbaden ) war ebenfalls wiederverwendeter inaktiver Offizier und zeitweise Kommandant des Kriegsgefangenenlagers in Weilburg -56,58,58
Seine vorherige letzte Dienststellung war das Bezirkskommando Wesel.58
In der Sterbeanzeige seines Bruders Karl, der am 18.12.1914 als Hauptmann und Batterieführer im Reserve-Feldartillerie-Regiment 25 bei Ćmiszew (Polen) fiel, war sein Dienstgrad noch mit „Oberstleutnant a. D.“ angegeben.
Und auch das Kommando über das Offiziersgefangenenlager Weilburg, welches er am 20.12.1917 übernahm, führte er mit diesem Rang. Den Dienstgrad eines Obersten erhielt er beim Abschied aus dieser Position.
So stammten also drei Kommandeure, die zeitweise für die Führung von hessischen Kriegsgefangenenlagern im ersten Weltkrieg verantwortlich waren, aus einem sich nahestehendem Familienverband.



Max Boettcher - Alexander Boettchers Sohn
Auch Alexander Boettchers 1877 in Köln geborener Sohn Max diente im ersten Weltkrieg. Seine Offizierslaufbahn begann 1898 als Leutnant (Patent 27.01.1898) im 2. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 in Mainz.
Am 18.06.1908 wurde er zum Oberleutnant befördert und 1912 zur Maschinengewehr-Kompanie versetzt.58,68
Am 01.10.1913 wurde er zum Hauptmann befördert und zum Kommandeur der Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 8 ernannt. Diese, dem 2. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 88 zugeteilten Abteilung, führte er bis zum Kriegsende. In der Sterbeanzeige seines Vaters 1917 wurde seine Tätigkeit als Kommandeur einer Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilung genannt. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann und Waffenoffizier des Wehrkreis-Kommandos 5 in das Reichsheer übernommen  ,  und am 01.10.1920 zum char. Major der 5. Division befördert.

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Die Familie nach dem Ersten Weltkrieg
Familie Boettcher wird von Sannow-Boettcher
Am 25.06.1923 wurde für den inzwischen 46-jährigen Sohn Max des verstorbenen Alexander Boettcher mit Wirkung vom 12.07.1923 ein Kindesannahmevertrag abgeschlossen.
Sein Onkel, der Oberst a. D. August Ferdinand Hans von Sannow, dessen Ehe kinderlos blieb, nahm den Sohn seiner Schwester, Max Albert Emil August Boettcher als Sohn an und bestimmte, dass der Angenommene den Familiennamen von Sannow-Boettcher führen sollte. Damit sollte der Name „von Sannow“ erhalten werden. Nur drei Jahre später starb Hans von Sannow. , ,
Diese Namensänderung betraf auch Max Boettchers Ehefrau Nora und ihren 1910 geborenen Sohn Curt Alexander, die von nun an den Namen „von Sannow-Boettcher“ führten
1936 war Max von Sannow-Boettcher Oberstleutnant und Kommandeur des Wehrbezirks Marburg. In der Sterbeanzeige der verstorbenen Schwiegermutter Ernestine von Moritz, die am 05.05.1936 starb, wurde bemerkenswerterweise gänzlich auf den Zusatz „Boettcher“ verzichtet.  ,
Curt Alexander Boettcher - Alexander Boettchers Enkel
Am 25.12.1910 wurde in Mainz Max Boettchers Sohn Curt Alexander geboren, der u.a. zusätzlich die Vornamen des Vaters und des Großvaters (Curt Friedrich Alexander Maximilian) erhielt.76
Der Enkel Alexander Boettchers strebte ebenfalls eine militärische Laufbahn an.
In der vorher schon genannten Sterbeanzeige seiner Großmutter, Ernestine von Moritz, die am 05.05.1936 starb, wurde er als Oberleutnant und Adjutant der Panzer-Jäger-Abteilung 20 genannt.74
Bei seiner Hochzeit am 18.10.1938 diente der Oberleutnant in der Panzerschule Wünsdorf. Er heiratete Alexandra von Hanneken (* 12.06.1918 in Berlin), die Tochter des Generalmajors Hermann von Hanneken (* 05.01.1890 in Gotha; + 22.07.1981 in Herford, 1941 General der Infanterie).73, ,
1939 wurde er zum Kompaniechef der 1. Kompanie Panzer Abwehr-Abteilung 39 befördert.

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Curt Alexander im zweiten Weltkrieg
Curt Alexander von Sannow-Boettchers Einheit, die Panzerjäger-Abteilung 39, wurde Ende Januar 1941 der 5. leichte Division nach Libyen in Afrika zugeführt. Dort wurde er zum Major und Stabsoffizier beim Deutschen Afrikakorps befördert.
Seit dem 23.11.1941 galt er in Afrika bei El Capuzzo, an der lybisch-ägyptischen Grenze, als vermisst. Er wurde im Gedenkbuch des Friedhofes Tobruk verzeichnet. ,

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Anfang und Ende des Namens von Sannow-Boettcher
Nebenstehend der nachträglich eingetragene Vermerk der Adoption und Namensänderung auf der Heiratsurkunde von Max von Sannow-Boettcher des Standesamtes Wiesbaden Nr. 15/1909.Mit dem dort genannten Kindesannahmevertrag von 1923 wurde der Name „von Sannow-Boettcher“ geschaffen.
Curt Alexander von Sannow-Boettchers hinterbliebene Ehefrau nutzte noch bis 1947 den Namen „Alexandra von Sannow“. Nachdem sie 1947 den Herforder Verleger Carl Wilhelm Busse (* 23.08.1914 in Jena) heiratete, legte sie den Namen ab und nannte sich nun „Alexandra Busse“. ,
Curt Alexanders hinterbliebener Vater Max, starb am 25.10.1956 im südhessischen Erbach als Oberst außer Dienst.
Nach seinem Tod war seine Ehefrau Nora noch mindestens bis 1966 die letzte Namensträgerin des Namens „von Sannow-Boettcher“ Mit ihrem Tod erlosch der Name.
Die letzte Ruhestätte der Familie
Auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden fand der Kern der Familie seine letzte Ruhestätte in einem gemeinsamen Grabmal.
So liegen dort die beiden Generalmajore Alexander Boettcher und Ferdinand von Sannow mit ihren Ehefrauen Marie Boettcher geb. von Sannow und Albertine von Sannow geb. Beggerow, ihr Sohn bzw. Adoptivsohn Max von Sannow-Boettcher sowie der Enkel Curt Alexander von Sannow-Boettcher.



HIER RUHEN
FERDINAND v. SANNOW
Generalmajor
Ritter des Pour le Mérite
* 7.7.1827 † 10.12.1883
ALBERTINE v. SANNOW
GEB. BEGGEROW
* 23.9.1830 † 27.4.1913
MARIE BOETTCHER GEB. v. SANNOW
* 30.11.1852 † 24.7.1908
ALEXANDER BOETTCHER
Generalmajor
* 6.3.1843 † 17.6.1917
Auf einer zusätzlichen Grabplatte:
CURT ALEXANDER
v. SANNOW-BOETTCHER
* 25.12.1910 Major ⚔ Afrika 23.11.1941
MAX v. SANNOW-BOETTCHER
* 18.4.1877 Oberst a. D. † 25.10.1956


 




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